Wärmepumpe im Altbau: Was ein Online-Check leisten kann und wo er endet
„Wärmepumpe im Altbau – geht das überhaupt?“ Diese Frage beantworten viele Online-Rechner mit einer Zahl oder einem grünen Haken. Das ist verständlich, aber oft zu einfach. Hier steht, was ein kostenloser Online-Check realistisch leisten kann und wo Sie eine Fachplanung brauchen.
Was ein Online-Check gut kann
- Die Größenordnung zeigen. Aus dem Jahresverbrauch lässt sich die Heizlast auf eine Spanne eingrenzen. Das hilft einzuordnen, ob ein Angebot plausibel ist. So funktioniert die Rechnung.
- Den wichtigsten Test erklären. Ob die Heizkörper reichen, zeigt der 55-°C-Test mit Ihrer jetzigen Heizung – ein Online-Check kann Sie Schritt für Schritt anleiten.
- Förderregeln übersichtlich machen. Welche Boni in Frage kommen und wie sich der Stichtag 01.02.2027 auswirkt, lässt sich aus wenigen Angaben ableiten.
- Die richtigen Fragen liefern. Wer weiß, wonach er fragen muss, erkennt ein gutes Angebot leichter.
Was ein Online-Check nicht kann
- Keine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Die rechnet raumweise mit Flächen, Bauteilen und Normaußentemperatur. Das geht nicht mit sieben Fragen.
- Keine Aussage über einzelne Räume. Ein zu kleiner Heizkörper im Bad fällt in keiner Hausbilanz auf.
- Keine Geräteauswahl. Leistung, Aufstellort, Schall zum Nachbarn, Pufferspeicher und Hydraulik gehören in die Planung vor Ort.
- Keine Garantie für Kosten oder Ersparnis. Die hängen von Jahresarbeitszahl, Strompreis und Ihrem Verhalten ab.
- Keine Förderzusage. Ob und wie viel Sie bekommen, entscheidet die KfW im Antrag.
Warum wir Spannen zeigen
Wenn ein Rechner „Heizlast: 7,3 kW“ ausgibt, wirkt das präzise. Tatsächlich sind Wirkungsgrad der alten Heizung, Warmwasseranteil und Volllaststunden jeweils unsicher. Wir zeigen deshalb eine Spanne und sagen dazu, wie verlässlich sie ist. Passen Verbrauch und Baujahr nicht zusammen, wird die Spanne breiter – wir suchen uns nicht den günstigeren Wert aus. Und wenn die Angaben nicht reichen, heißt das Ergebnis ehrlich „unbekannt“.
Eine Fußbodenheizung allein ist bei uns übrigens nie „grün“: Sie hilft, ersetzt aber nicht den Blick auf die tatsächliche Heizlast.
Andere kostenlose Angebote
Es gibt weitere gute, kostenlose Werkzeuge – zum Beispiel die Ratgeber und Checks von co2online, die Informationen der Verbraucherzentrale oder den Förderrechner des Bundesverband Wärmepumpe. Der Vorcheck konzentriert sich auf wenige Fragen, die Heizkostenabrechnung und den nächsten konkreten Schritt.
So kombinieren Sie beides sinnvoll
- Vorcheck machen und die Kurzinfo drucken oder als PDF speichern.
- An kalten Tagen den 55-°C-Test machen und die Raumtemperaturen notieren.
- Zwei bis drei Fachbetriebe um ein Angebot mit raumweiser Heizlastberechnung bitten.
- Die Angebote mit Ihrer Heizlast-Spanne vergleichen: Liegt die angebotene Leistung weit darüber, fragen Sie nach.
- Bei Unsicherheit eine unabhängige Energieberatung hinzuziehen – etwa über die Verbraucherzentrale.
Häufige Fragen
Funktioniert eine Wärmepumpe im unsanierten Altbau?
Das hängt weniger vom Baujahr ab als von Heizlast und Vorlauftemperatur. Auch viele ältere Häuser kommen an kalten Tagen mit 55 °C oder weniger aus, oft nach dem Tausch einzelner Heizkörper. Ein Online-Check kann das eingrenzen, die Entscheidung trifft der Fachbetrieb nach einer Berechnung vor Ort.
Kann ein Online-Rechner die richtige Wärmepumpe auswählen?
Nein. Für die Geräteauswahl braucht es eine raumweise Heizlastberechnung, Angaben zum Aufstellort, zur Schallausbreitung und zur Hydraulik. Ein Online-Check hilft Ihnen, gut vorbereitet ins Gespräch zu gehen.
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